Ist das Dampfen im Auto mit Kindern in Deutschland erlaubt?
Das Dampfen einer E-Zigarette im Auto ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt — auch wenn Kinder an Bord sind. Es gibt (Stand 2025) kein bundesweites Gesetz, das das Dampfen oder Rauchen im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen ausdrücklich verbietet. Allerdings existieren konkrete Gesetzentwürfe auf Bundesebene und einzelne Regelungen, die sich direkt auf dieses Thema auswirken können.
Die Situation ist weniger eindeutig, als sie auf den ersten Blick wirkt. Denn obwohl kein explizites Verbot besteht, können andere Rechtsgrundlagen greifen — etwa die Fürsorgepflicht gegenüber Kindern oder die Straßenverkehrsordnung (StVG). In diesem Artikel erfährst du die vollständige Rechtslage, welche Gesetze relevant sind, was in anderen EU-Ländern gilt und wie du als verantwortungsvoller Dampfer mit der Situation umgehst.
Aktuelle Rechtslage in Deutschland: Was genau sagt das Gesetz?
In Deutschland gibt es derzeit kein spezifisches Gesetz, das das Rauchen oder Dampfen im Auto mit Kindern verbietet. Das Bundesnichtraucherschutzgesetz (BNichtrSchG) regelt rauchfreie Zonen in öffentlichen Einrichtungen, Behörden und öffentlichen Verkehrsmitteln — private Fahrzeuge fallen nicht darunter.
Relevante Gesetze im Überblick
- Bundesnichtraucherschutzgesetz (BNichtrSchG): Gilt für öffentliche Gebäude und öffentliche Verkehrsmittel. Private PKW sind ausgenommen.
- Jugendschutzgesetz (JuSchG): Verbietet den Verkauf und die Abgabe von Tabakwaren und E-Zigaretten an Minderjährige (§ 10 JuSchG). Es regelt jedoch nicht das passive Einatmen von Dampf oder Rauch.
- Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG): Reguliert Herstellung, Kennzeichnung und Verkauf — keine Regelungen zum Konsum im privaten Raum.
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 1631 – Personensorge: Eltern haben die Pflicht, für das körperliche Wohl ihres Kindes zu sorgen. Regelmäßiges Dampfen in geschlossenen Räumen mit Kindern könnte theoretisch als Verletzung der Fürsorgepflicht ausgelegt werden.
- Straßenverkehrsgesetz (StVG) / StVO: Bei starker Dampfentwicklung, die die Sicht beeinträchtigt, kann ein Verstoß gegen § 1 Abs. 2 StVO vorliegen (Gefährdung der Verkehrssicherheit).
Der Gesetzentwurf zum Rauchverbot im Auto
Bereits 2019 brachte der Bundesrat einen Gesetzentwurf ein, der das Rauchen und Dampfen im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen und Schwangeren unter Strafe stellen sollte (Drucksache 373/19). Dieser Entwurf sah Bußgelder von bis zu 3.000 Euro vor. Der Entwurf wurde im Bundestag jedoch nie abschließend behandelt und ist bisher nicht in Kraft getreten.
Im Jahr 2023 wurde das Thema erneut diskutiert. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und mehrere Kinderschutzorganisationen wie der Deutsche Kinderschutzbund forderten ein gesetzliches Verbot. Eine politische Mehrheit kam jedoch bislang nicht zustande (Quelle: Bundesrat-Drucksache 373/19; Deutsches Ärzteblatt, 2023).
E-Zigarette vs. Zigarette im Auto: Gibt es einen Unterschied?
E-Zigaretten erzeugen Aerosol (umgangssprachlich „Dampf"), keine Verbrennungsprodukte wie Zigarettenrauch. Das ist ein wesentlicher Unterschied, der auch rechtlich relevant sein kann.
Was Studien zum Passivinhalieren von E-Zigaretten-Aerosol sagen
Laut einer Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) enthält E-Zigaretten-Aerosol deutlich weniger Schadstoffe als Zigarettenrauch. Die Belastung der Raumluft durch Aerosol ist messbar geringer als bei Tabakrauch (Quelle: BfR-Stellungnahme Nr. 016/2015). Dennoch ist das Aerosol nicht schadstofffrei: Es können Spuren von Nikotin, Propylenglykol, Glycerin und Aromastoffen in der Umgebungsluft nachgewiesen werden.
Eine Studie der Universität von Kalifornien (2019) zeigte, dass die Feinstaubbelastung im Auto beim Dampfen zwar deutlich niedriger ist als beim Rauchen, aber in einem geschlossenen Fahrzeug dennoch über den WHO-Richtwerten für Innenraumluft liegen kann — besonders bei häufigem, intensivem Dampfen mit Sub-Ohm-Geräten (Quelle: Czogala et al., International Journal of Hygiene and Environmental Health, 2014).
Das bedeutet: Rechtlich wird das Dampfen im Auto aktuell nicht anders behandelt als das Rauchen — beide fallen in den privaten Bereich. Gesundheitlich besteht jedoch ein messbarer Unterschied. Mehr dazu, was aktuelle Gesundheitsstudien zeigen, findest du in unserem Artikel Ist Dampfen schädlich? Was aktuelle Gesundheitsstudien wirklich sagen.
Was gilt in anderen EU-Ländern?
Mehrere europäische Länder haben bereits konkrete Verbote für das Rauchen und teils auch das Dampfen im Auto mit Kindern eingeführt. Diese Regelungen können auch für deutsche Dampfer relevant sein — etwa im Urlaub.
| Land | Verbot im Auto mit Kindern? | Gilt auch für E-Zigaretten? | Bußgeld |
|---|---|---|---|
| Großbritannien (England/Wales) | Ja, seit 2015 | Nein, nur Tabak | 50 £ |
| Frankreich | Ja, seit 2016 | Ja | 68 € |
| Italien | Ja, seit 2016 | Ja | Bis 500 € |
| Österreich | Ja, seit 2019 | Ja | Bis 1.000 € |
| Griechenland | Ja, seit 2019 | Ja | Bis 1.500 € |
| Belgien (Flandern) | Ja, seit 2019 | Ja | Bis 1.000 € |
| Deutschland | Nein (Stand 2025) | — | — |
Wichtig für Urlaubsreisen: Wer mit dem Auto nach Österreich, Frankreich oder Italien fährt, muss die dort geltenden Gesetze beachten. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. In unserem Artikel Reisen mit der E-Zigarette: Was gilt in Hotels & Ferienwohnungen? findest du weitere Informationen für Reisende.
Warum du trotzdem nicht im Auto dampfen solltest, wenn Kinder dabei sind
Auch wenn es in Deutschland aktuell legal ist: Es gibt gute Gründe, im Auto mit Kindern auf das Dampfen zu verzichten. Diese betreffen sowohl gesundheitliche als auch praktische Aspekte.
1. Kinder haben empfindlichere Atemwege
Die Atemwege von Kindern sind kleiner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) reagieren Kinder stärker auf Reizstoffe in der Atemluft. Propylenglykol (PG), ein Hauptbestandteil von Liquids, kann bei empfindlichen Personen die Schleimhäute reizen (Quelle: BZgA, 2023).
2. Ein Auto ist ein extrem kleiner Raum
Das Innenraumvolumen eines durchschnittlichen PKW beträgt etwa 2,5 bis 3 Kubikmeter. Zum Vergleich: Ein Wohnzimmer hat typischerweise 40-60 Kubikmeter. Die Konzentration von Aerosol-Partikeln steigt in einem so kleinen Raum schnell an — selbst bei geöffnetem Fenster. Eine Studie der Universität Aberdeen (2018) zeigte, dass selbst bei einem offenen Fenster die Feinstaubbelastung im Auto beim Dampfen signifikant erhöht bleibt (Quelle: Semple et al., Tobacco Control, 2012, aktualisiert 2018).
3. Vorbildfunktion
Kinder lernen durch Beobachtung. Das sichtbare Dampfen im engen Familienumfeld kann die Hemmschwelle senken, später selbst zu nikotinhaltigen Produkten zu greifen. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass das Rauch- und Dampfverhalten der Eltern ein signifikanter Risikofaktor für den späteren Konsum der Kinder ist (Quelle: KiGGS-Studie, RKI).
4. Sichtbehinderung beim Fahren
Besonders Liquids mit hohem VG-Anteil erzeugen dichte Dampfwolken. Im geschlossenen Fahrzeug kann das die Sicht erheblich einschränken — ein Risiko, das nicht nur Bußgelder nach § 1 Abs. 2 StVO nach sich ziehen kann, sondern im schlimmsten Fall Unfälle verursacht.
Praktische Tipps: So gehst du verantwortungsvoll damit um
Wenn du dampfst und regelmäßig mit Kindern unterwegs bist, kannst du mit einfachen Maßnahmen dafür sorgen, dass niemand dem Aerosol ausgesetzt wird.
- Pausen nutzen: Halte an Raststätten oder Parkplätzen an und dampfe außerhalb des Fahrzeugs. So bleibt das Fahrzeuginnere aerosolfrei.
- Nikotinbeutel als Alternative: Für längere Fahrten können nikotinhaltige Produkte ohne Dampfentwicklung eine Option sein. Diese erzeugen kein Aerosol und belasten die Luft im Auto nicht.
- Fenster vollständig öffnen — aber richtig: Falls du bei einer kurzen Pause ohne Kinder im Auto dampfst, öffne mindestens zwei gegenüberliegende Fenster vollständig, um einen Durchzug zu erzeugen. Ein gekipptes Fenster reicht nicht aus.
- Pod-Systeme mit geringer Dampfproduktion wählen: MTL-Pod-Systeme erzeugen deutlich weniger Aerosol als Sub-Ohm-Geräte. Wenn du generell in geschlossenen Räumen dampfst, reduziert ein kompaktes Pod-System von elbdampf.de die Aerosolbelastung erheblich.
- Liquid mit höherem PG-Anteil verwenden: Liquids mit einem höheren PG-Anteil produzieren weniger sichtbaren Dampf als VG-lastige Mischungen. Das reduziert sowohl die Sichtbehinderung als auch die Partikelbelastung im Innenraum.
- Auto regelmäßig lüften: Nach dem Dampfen (ohne Kinder an Bord) das Fahrzeug für mehrere Minuten gründlich durchlüften, bevor Kinder einsteigen.
Kann das Jugendamt einschreiten?
Theoretisch ja — aber in der Praxis ist das äußerst selten und nur in extremen Fällen denkbar. Das Jugendamt greift bei einer Gefährdung des Kindeswohls ein (§ 8a SGB VIII). Das gelegentliche Dampfen im Auto wird in der Regel nicht als Kindeswohlgefährdung eingestuft.
Anders könnte es aussehen, wenn ein Kind unter einer Atemwegserkrankung wie Asthma leidet und ein Elternteil trotz ärztlicher Warnung wiederholt in geschlossenen Räumen dampft. In solchen Fällen könnte die Fürsorgepflicht nach § 1631 BGB berührt sein. Dokumentierte Fälle, in denen das Dampfen (nicht Rauchen) im Auto zu familienrechtlichen Konsequenzen geführt hat, sind in Deutschland bislang nicht öffentlich bekannt.
Kommt ein Verbot? Was politisch geplant ist
Die Wahrscheinlichkeit eines Verbots steigt. Der Trend in Europa ist eindeutig: Immer mehr Länder verbieten das Rauchen und Dampfen im Auto mit Minderjährigen. Deutschland ist eines der wenigen EU-Länder, das bisher keine entsprechende Regelung hat.
Der Bundesrat-Entwurf von 2019 (Drucksache 373/19) sah eine Ergänzung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes vor, die E-Zigaretten ausdrücklich einschloss. Das geplante Bußgeld lag bei 500 bis 3.000 Euro. Obwohl der Entwurf bisher nicht umgesetzt wurde, wird das Thema regelmäßig auf die politische Agenda gesetzt — zuletzt durch den Koalitionsvertrag der Ampelregierung, der „wirksamen Kinderschutz" als Priorität nannte (Quelle: Koalitionsvertrag 2021, S. 98).
Prognose: Ein bundesweites Verbot des Rauchens und Dampfens im Auto mit Kindern gilt unter Juristen als „überfällig" und könnte noch in der aktuellen Legislaturperiode beschlossen werden. Wer sich heute schon daran gewöhnt, nicht im Auto zu dampfen, muss sich später nicht umstellen.
Dampfen im Auto ohne Kinder: Was gilt?
Ohne Minderjährige an Bord ist das Dampfen im Auto in Deutschland uneingeschränkt erlaubt. Es gibt keine gesetzliche Grundlage, die das Dampfen in einem privaten Fahrzeug verbietet. Die einzige Einschränkung: Die Dampfentwicklung darf die Sicht nicht so stark beeinträchtigen, dass die Verkehrssicherheit gefährdet wird (§ 1 Abs. 2 StVO).
In der Praxis bedeutet das: Wer mit einem kompakten Pod-System dampft und gelegentlich das Fenster öffnet, hat kein Problem. Wer mit einem leistungsstarken Sub-Ohm-Gerät dichte Wolken im geschlossenen Auto produziert, riskiert bei einer Kontrolle zumindest eine Verwarnung.
Zusammenfassung: Was du wissen musst
- Aktuell legal: Es gibt in Deutschland (Stand 2025) kein Gesetz, das das Dampfen im Auto mit Kindern verbietet.
- Gesetzentwurf liegt vor: Der Bundesrat hat 2019 einen Entwurf für ein Verbot eingebracht. Bußgelder bis 3.000 € waren vorgesehen. Eine Umsetzung steht aus.
- Gesundheitlich bedenklich: E-Zigaretten-Aerosol ist zwar deutlich weniger belastend als Zigarettenrauch, aber im engen Fahrzeuginnenraum kann die Partikelkonzentration trotzdem erheblich ansteigen.
- EU-Trend eindeutig: Frankreich, Italien, Österreich, Griechenland und weitere Länder haben bereits Verbote — inklusive E-Zigaretten.
- Empfehlung: Auch ohne gesetzliche Pflicht ist es ratsam, im Auto mit Kindern nicht zu dampfen — aus Rücksicht, Vorbildfunktion und um die Luftqualität im engen Fahrzeuginnenraum nicht zu belasten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Darf ich im Auto dampfen, wenn Kinder auf dem Rücksitz sitzen?
Ja, Stand 2025 ist das in Deutschland legal. Es gibt kein bundesweites Gesetz, das das Dampfen im Auto mit Kindern verbietet. Ein Gesetzentwurf des Bundesrats (Drucksache 373/19) wurde bisher nicht umgesetzt. Aus gesundheitlicher Sicht und Vorbildfunktion ist es dennoch empfehlenswert, darauf zu verzichten.
Welches Bußgeld droht beim Dampfen im Auto mit Kindern?
Aktuell droht in Deutschland kein Bußgeld, da kein entsprechendes Verbot existiert. Der Gesetzentwurf von 2019 sah Bußgelder von 500 bis 3.000 Euro vor. In anderen EU-Ländern wie Österreich (bis 1.000 €) oder Griechenland (bis 1.500 €) werden bereits Strafen verhängt.
Ist E-Zigaretten-Dampf im Auto weniger schädlich als Zigarettenrauch?
E-Zigaretten-Aerosol enthält laut BfR deutlich weniger Schadstoffe als Zigarettenrauch (Quelle: BfR-Stellungnahme Nr. 016/2015). In einem geschlossenen Fahrzeuginnenraum kann die Feinstaubbelastung durch Aerosol dennoch über den WHO-Richtwerten für Innenraumluft liegen, besonders bei intensivem Dampfen mit Sub-Ohm-Geräten.
Gilt in Österreich oder Frankreich ein Dampfverbot im Auto mit Kindern?
Ja. In Österreich ist seit 2019 das Rauchen und Dampfen im Auto mit Personen unter 18 Jahren verboten (Bußgeld bis 1.000 €). In Frankreich gilt seit 2016 ein Verbot für Rauchen und Dampfen im Auto mit Kindern unter 12 Jahren (Bußgeld 68 €). Wer mit dem Auto dorthin reist, muss sich an die lokalen Gesetze halten.
Welches Gerät produziert am wenigsten Dampf im Auto?
Kompakte MTL-Pod-Systeme erzeugen deutlich weniger Aerosol als Sub-Ohm-Geräte. Geräte wie die Uwell Caliburn oder OXVA Xlim sind für einen dezenten Dampfstil konzipiert. Zusätzlich reduzieren Liquids mit höherem PG-Anteil (z. B. 50/50 oder 60PG/40VG) die sichtbare Dampfproduktion erheblich.
Kann die Polizei mich anhalten, weil ich im Auto dampfe?
Ja, wenn die Dampfentwicklung die Sicht so stark einschränkt, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Das fällt unter § 1 Abs. 2 StVO (gegenseitige Rücksichtnahme). In der Praxis kommt das selten vor, aber bei dichtem Sub-Ohm-Dampf im geschlossenen Fahrzeug ist es möglich. Ein Verwarnungsgeld bis 35 € ist denkbar.
Ab wann kommt das Rauchverbot im Auto in Deutschland?
Ein konkretes Datum gibt es nicht. Der Bundesrat-Entwurf von 2019 wurde im Bundestag nie abschließend behandelt. Experten und Kinderschutzorganisationen halten ein Verbot für „überfällig". Angesichts des EU-weiten Trends ist mit einer Umsetzung in den kommenden Jahren zu rechnen — ein genaues Datum steht jedoch nicht fest.
Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an Personen ab 18 Jahren. E-Zigaretten und Liquids können Nikotin enthalten, das abhängig machen kann.