Dein Liquid schmeckt fad oder kratzt im Hals? Oft liegt es am VG/PG-Verhältnis
Das VG/PG-Verhältnis ist die prozentuale Aufteilung von Vegetable Glycerin (VG) und Propylenglykol (PG) in einem E-Zigaretten-Liquid — es bestimmt, wie viel Dampf entsteht, wie intensiv der Geschmack ist und wie stark der Zug im Hals spürbar ist. Für Pod-Systeme und MTL-Dampfen gilt 50/50 als Standard, für Sub-Ohm- und Direct-Lung-Geräte 70/30 oder höher.
Du hast dir ein neues Liquid gekauft, aber irgendwas stimmt nicht: Entweder kommt kaum Dampf, der Geschmack ist flach, oder es kratzt unangenehm im Hals. In vielen Fällen liegt die Ursache nicht an deinem Gerät oder dem Aroma — sondern am VG/PG-Verhältnis deines Liquids.
In diesem Leitfaden erfährst du genau, was VG und PG sind, wie verschiedene Verhältnisse dein Dampferlebnis verändern und welche Mischung zu deinem Gerät und deinem Zugstil passt.
Was ist VG? Was ist PG? Die Grundlagen verständlich erklärt
Vegetable Glycerin (VG)
VG (Vegetable Glycerin) ist ein pflanzliches Glycerin — eine dickflüssige, leicht süßliche und farblose Flüssigkeit, die aus pflanzlichen Fetten (meist Raps- oder Sojaöl) gewonnen wird. VG ist die Basis-Komponente im Liquid, die für dichte Dampfwolken und einen weichen Zug verantwortlich ist. VG ist in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie als Zusatzstoff E 422 zugelassen und wird dort seit Jahrzehnten verwendet.
Eigenschaften von VG im Liquid:
- Produziert dichte, große Dampfwolken
- Sorgt für einen weichen, milden Zug
- Hat eine hohe Viskosität (dickflüssig)
- Trägt Aromen weniger intensiv als PG
- Leicht süßlicher Eigengeschmack
Propylenglykol (PG)
PG (Propylenglykol) ist eine klare, nahezu geschmacksneutrale und dünnflüssige Substanz, die im Liquid als Geschmacksträger und Throat-Hit-Erzeuger wirkt. In der EU als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen, findet sich PG in Arzneimitteln, Lebensmitteln und als Feuchtigkeitsspender in Kosmetik. PG ist auch Bestandteil vieler Inhalationsmedikamente.
Eigenschaften von PG im Liquid:
- Produziert weniger sichtbaren Dampf
- Erzeugt einen spürbaren Throat Hit (Kratzen im Hals, ähnlich einer Tabakzigarette)
- Hat eine niedrige Viskosität (dünnflüssig)
- Transportiert Aromen intensiver
- Nahezu geschmacksneutral
Beide Substanzen gelten laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als sicher für den oralen Verzehr. Für die Inhalation existieren weniger Langzeitstudien, wobei PG bereits seit den 1950er-Jahren in Nebelmaschinen und Inhalationstherapien eingesetzt wird (Quelle: Robertson et al., 1947, Journal of Pharmacology).
Wie das VG/PG-Verhältnis dein Dampferlebnis beeinflusst
Das Verhältnis zwischen VG und PG wird immer in der Reihenfolge VG/PG angegeben. Ein Liquid mit „70/30" enthält also 70 % VG und 30 % PG. Diese Aufteilung beeinflusst drei zentrale Faktoren:
1. Dampfmenge
Je höher der VG-Anteil, desto mehr Dampf wird produziert. Liquids mit 70 % VG oder mehr erzeugen die typischen dichten Wolken, die viele Dampfer schätzen. Liquids mit hohem PG-Anteil erzeugen dagegen weniger sichtbaren Dampf — dafür einen kompakteren, intensiveren Zug.
2. Geschmacksintensität
PG ist der bessere Geschmacksträger. Ein höherer PG-Anteil transportiert Aromen deutlich intensiver und detaillierter. Wenn du also maximalen Geschmack suchst, ist ein ausgewogenes oder PG-lastiges Liquid oft die bessere Wahl. VG bringt zwar mehr Dampf, kann aber feine Aromadetails „verschleiern" und fügt durch seinen leicht süßlichen Eigengeschmack eine zusätzliche Geschmacksnote hinzu.
3. Throat Hit (Halsgefühl)
Der Throat Hit ist das spürbare Kratzen oder Ziehen im Hals beim Inhalieren, das durch PG und Nikotin verursacht wird und das Halsgefühl einer Tabakzigarette simuliert. Ein Liquid mit hohem PG-Anteil simuliert dieses Halsgefühl stärker. VG-lastige Liquids fühlen sich dagegen glatter und weicher an. Mehr Informationen dazu, wie Nikotinsalze den Throat Hit zusätzlich beeinflussen, findest du in unserem Artikel Nikotinsalz vs. normales Liquid: Was ist der Unterschied und was passt zu dir?.
Die gängigsten VG/PG-Verhältnisse im Überblick
| VG/PG-Verhältnis | Dampfmenge | Geschmack | Throat Hit | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| 80/20 | Sehr viel | Mild | Sehr sanft | Sub-Ohm-Geräte, Cloud Chasing |
| 70/30 | Viel | Gut | Sanft | Sub-Ohm, DL-Dampfer (Direct Lung) |
| 60/40 | Mittel | Intensiv | Moderat | Allrounder, vielseitige Geräte |
| 50/50 | Moderat | Sehr intensiv | Spürbar | Pod-Systeme, MTL-Dampfer (Mouth-to-Lung) |
| 40/60 oder mehr PG | Wenig | Maximal | Stark | MTL-Geräte, starker Halszug gewünscht |
Welches VG/PG-Verhältnis passt zu deinem Gerät?
Nicht jede Mischung funktioniert in jedem Gerät gleich gut. Die Viskosität — also die Zähflüssigkeit eines Liquids — muss zur Nachflussgeschwindigkeit des Verdampferkopfs passen. Stimmt das nicht überein, entstehen Probleme — von trockenen Zügen bis hin zu auslaufenden Tanks.
Pod-Systeme und MTL-Verdampfer (Widerstand > 1,0 Ohm)
Pod-Systeme wie das Uwell Caliburn oder das OXVA Xlim arbeiten mit kleinen Liquidkanälen und ziehen Liquid langsam nach. Empfohlen: 50/50 bis maximal 60/40. Dickflüssiges VG-Liquid (70/30 oder höher) kann die feinen Kanäle nicht schnell genug durchfließen. Die Folge: Trockene Hits und ein verbrannter Geschmack. In unserem Vergleich von Uwell Caliburn und OXVA Xlim findest du Details zu den passenden Liquid-Spezifikationen beider Geräte.
Sub-Ohm-Verdampfer (Widerstand < 1,0 Ohm)
Sub-Ohm-Verdampfer haben größere Liquid-Zuflussöffnungen und verdampfen bei höherer Leistung. Empfohlen: 70/30 bis 80/20. Der hohe VG-Anteil sorgt für dichte Dampfwolken und verhindert, dass zu dünnflüssiges Liquid durch die großen Öffnungen ausläuft. PG-lastige Liquids können in Sub-Ohm-Tanks zum Auslaufen (Siffen) neigen.
All-in-One-Geräte und Einsteiger-Sets
Die meisten All-in-One-Geräte für Einsteiger sind für MTL-Dampfen konzipiert. Empfohlen: 50/50 bis 60/40. Diese Mischung bietet einen guten Kompromiss aus Geschmack, Dampf und Throat Hit — ideal zum Kennenlernen.
Schritt-für-Schritt: Das richtige VG/PG-Verhältnis finden
- Prüfe dein Gerät: Schaue in der Bedienungsanleitung oder auf der Herstellerseite nach, welches VG/PG-Verhältnis empfohlen wird. Pod-Systeme empfehlen fast immer 50/50.
- Bestimme deinen Zugstil: Ziehst du den Dampf erst in den Mund und dann in die Lunge (MTL)? Dann brauchst du mehr PG (50/50 oder 40/60). Inhalierst du direkt in die Lunge (DL)? Dann ist VG-lastig (70/30 oder 80/20) besser.
- Entscheide nach Priorität: Ist dir Dampfmenge wichtiger? → Mehr VG. Ist dir Geschmacksintensität wichtiger? → Mehr PG. Willst du einen starken Throat Hit? → Mehr PG.
- Berücksichtige die Nikotinform: Nutzt du Nikotinsalz-Liquids, die in Pod-Systemen üblich sind, liegt das Verhältnis fast immer bei 50/50. Freebase-Nikotin in Sub-Ohm-Setups kommt typischerweise mit 70/30.
- Teste und passe an: Starte mit der empfohlenen Mischung für dein Gerät und justiere bei Bedarf. Wenn der Dampf zu dünn ist, wähle beim nächsten Kauf mehr VG. Wenn der Geschmack zu flach ist, wähle mehr PG.
Häufige Probleme durch falsches VG/PG-Verhältnis
Problem: Verbrannter Geschmack (Dry Hit)
Ein Dry Hit ist ein verbrannter, kratziger Zug, der entsteht wenn der Verdampferkopf nicht ausreichend mit Liquid benetzt ist. Das passiert häufig, wenn das Liquid zu dickflüssig für dein Gerät ist. Hochviskoses VG-Liquid (70/30 oder höher) fließt in Pod-Systemen oder MTL-Verdampfern nicht schnell genug nach — der Coil läuft trocken und das Watte-Material verbrennt. Lösung: Wechsle zu einem 50/50-Liquid. Weitere Ursachen und Lösungen für verbrannten Geschmack beschreiben wir ausführlich im Beitrag Warum schmeckt meine E-Zigarette verbrannt?.
Problem: Liquid läuft aus dem Tank (Siffen)
Wenn Liquid aus den Luftlöchern oder dem Mundstück austritt, ist das Liquid oft zu dünnflüssig für dein Gerät. Ein hoher PG-Anteil (z. B. 50/50) in einem Sub-Ohm-Tank mit großen Zuflussöffnungen führt zum Auslaufen. Lösung: Verwende ein VG-lastigeres Liquid (mind. 70/30).
Problem: Kaum Dampf trotz vollem Tank
Wenig Dampf bei Pod-Systemen ist normal — diese Geräte sind nicht für Cloud-Produktion konzipiert. Wenn du aber auch bei einem Sub-Ohm-Gerät wenig Dampf bekommst, kann ein zu hoher PG-Anteil die Ursache sein. Lösung: Erhöhe den VG-Anteil.
Problem: Starkes Kratzen im Hals
Ein unangenehm starker Throat Hit entsteht durch die Kombination aus hohem PG-Anteil und hoher Nikotinstärke. Lösung: Reduziere den PG-Anteil (z. B. von 50/50 auf 60/40 VG/PG) oder senke die Nikotinstärke. Nikotinsalz-Liquids erzeugen bei gleicher Stärke weniger Halskratzen als Freebase-Nikotin.
VG/PG und Allergien: Ein wichtiger Hinweis
In seltenen Fällen reagieren Personen empfindlich auf Propylenglykol. Symptome können Halstrockenheit, leichte Hautreizungen oder Kopfschmerzen sein. Eine echte PG-Allergie ist selten, aber eine PG-Empfindlichkeit kommt häufiger vor. Betroffene können zu Liquids mit hohem VG-Anteil (80/20 oder sogar reinem VG) greifen. Beachte dabei, dass reine VG-Liquids den Geschmack abschwächen und nicht in allen Geräten gut funktionieren.
Falls du nach dem Dampfen regelmäßig Beschwerden feststellst, solltest du ärztlichen Rat einholen.
VG/PG-Verhältnis und EU-Regulierung (TPD2)
Die TPD2 (Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU) ist die EU-Richtlinie, die E-Zigaretten und Liquids in allen Mitgliedstaaten reguliert und unter anderem Höchstwerte für Nikotingehalt und Behältervolumen festlegt. Für das VG/PG-Verhältnis selbst gibt es keine Vorschrift — Hersteller können frei mischen. Die TPD2 begrenzt jedoch:
- Nikotingehalt: maximal 20 mg/ml
- Tank- und Nachfüllbehälter-Volumen: maximal 10 ml (nikotinhaltig) bzw. 2 ml (Tankvolumen)
Das VG/PG-Verhältnis unterliegt keiner gesetzlichen Beschränkung, muss aber auf der Verpackung deklariert werden. Achte beim Kauf immer auf die vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe.
Häufig gestellte Fragen zum VG/PG-Verhältnis
Was bedeutet 70/30 bei einem Liquid?
Ein Liquid mit 70/30 enthält 70 % Vegetable Glycerin (VG) und 30 % Propylenglykol (PG). Es erzeugt viel Dampf bei sanftem Halsgefühl und ist vor allem für Sub-Ohm-Verdampfer und Direct-Lung-Dampfer geeignet. Für Pod-Systeme oder MTL-Geräte ist 70/30 in der Regel zu dickflüssig.
Welches VG/PG-Verhältnis ist das beste für Einsteiger?
Für Einsteiger, die ein Pod-System oder ein All-in-One-Gerät verwenden, ist ein 50/50-Liquid die beste Wahl. Es bietet eine ausgewogene Kombination aus Geschmacksintensität, spürbarem Throat Hit und ausreichend Dampf — und fließt zuverlässig in Geräten mit kleinen Liquidkanälen.
Kann ich ein 70/30-Liquid in meinem Pod verwenden?
Das ist in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Der hohe VG-Anteil macht das Liquid zu dickflüssig für die feinen Kanäle von Pod-Systemen. Die Folge sind trockene Züge, verbrannter Geschmack und ein beschleunigter Coil-Verschleiß. Bleibe bei Pod-Systemen bei maximal 60/40 (VG/PG).
Was passiert, wenn ich PG-empfindlich bin?
PG-Empfindlichkeit ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Propylenglykol, die sich durch Halstrockenheit, Reizungen oder Kopfschmerzen äußern kann. Betroffene greifen zu Liquids mit sehr hohem VG-Anteil (80/20 oder reines VG). Diese erzeugen weniger Throat Hit und einen etwas schwächeren Geschmack, sind aber in vielen Sub-Ohm-Geräten gut einsetzbar. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen.
Beeinflusst das VG/PG-Verhältnis den Nikotingehalt?
Nein, das VG/PG-Verhältnis und der Nikotingehalt sind unabhängige Variablen. Ein 50/50-Liquid kann genauso 3 mg, 6 mg oder 20 mg Nikotin enthalten wie ein 70/30-Liquid. Allerdings beeinflusst der PG-Anteil, wie stark der Throat Hit des Nikotins wahrgenommen wird: Mehr PG = intensiverer Halszug.
Warum schmeckt mein Liquid bei hohem VG-Anteil süßer?
VG hat einen leicht süßlichen Eigengeschmack, der bei höheren Anteilen (70 % und mehr) wahrnehmbar wird. Dieser Eigengeschmack kann feine Aromadetails überlagern. Wer komplexe Geschmacksprofile — z. B. tabakige oder fruchtig-herbe Aromen — in voller Intensität erleben möchte, fährt mit einem ausgewogenen 50/50- oder 60/40-Liquid oft besser.
Kann ich VG und PG selbst mischen, um mein Verhältnis anzupassen?
Ja, technisch ist das möglich. Im DIY-Bereich kaufen Dampfer VG und PG als Reinsubstanzen und mischen sie mit Aromen und ggf. Nikotinbase selbst. Das erfordert aber genaue Kenntnisse der Mischverhältnisse, geeignetes Equipment (Spritzen, Waagen) und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Als Einsteiger empfiehlt sich der Kauf fertig gemischter Liquids, bei denen das Verhältnis klar auf der Verpackung angegeben ist — wie in unserem Liquid-Sortiment bei elbdampf.de.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- VG = mehr Dampf, weicherer Zug, dickflüssiger
- PG = mehr Geschmack, stärkerer Throat Hit, dünnflüssiger
- 50/50 ist der Standard für Pod-Systeme und MTL-Dampfen
- 70/30 ist der Standard für Sub-Ohm und DL-Dampfen
- Falsches Verhältnis für dein Gerät = Probleme (Dry Hits, Siffen, schwacher Geschmack)
- Im Zweifel: Herstellerempfehlung beachten und mit der Standardmischung für deinen Gerätetyp starten
In unserem Liquid-Sortiment bei elbdampf.de findest du Liquids in verschiedenen VG/PG-Verhältnissen — klar gekennzeichnet, damit du direkt die passende Mischung für dein Gerät wählen kannst.
Über den Autor: Patrick Mester
Patrick ist Dampf-Experte und Redakteur bei elbdampf.de. Mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich E-Zigaretten und Liquids schreibt er praxisnahe Guides zu Geräten, Inhaltsstoffen und Dampftechnik — mit dem Ziel, Einsteigern und erfahrenen Dampfern gleichermaßen fundierte Kaufentscheidungen zu ermöglichen.
Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an Personen ab 18 Jahren. E-Zigaretten und Liquids können Nikotin enthalten, das abhängig machen kann.